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am Dienstag, den 15. Oktober 2019

 

Veranstalter:

ZIS Mannheim

Zentrum für Insolvenz und Sanierung der Universität Mannheim e.V.

 

Zentrum für Insolvenz und Sanierung ZIS an der Univiersität Mannheim e.V.

 

Das Thema lautet:

10 Jahre neues Gesellschafterdarlehensrecht

 

Die Referenten sind:

  • Prof. Dr. Holger Altmeppen, Universität Passau
  • RiBGH Prof. Dr. Markus Gehrlein, Karlsruhe

Mehr Informationen unter: zis.uni-mannheim.de

Auf einen Blick:

  • Tobias Hoefer wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Spezialisten für optisch aktive Verbindungen und Auftragssynthese bestellt
  • Die Verfahrenseröffnung bedeutete keinerlei Einschränkungen für Kunden. Die Aufträge wurden in der gewohnten Qualität bearbeitet und ausgeführt
  • Die Auftragsbücher des Unternehmens waren auch weiterhin gut gefüllt
  • Investoren wurden ausgemacht, die das traditionsreiche Chemieunternehmen übernehmen wollten

Der Klient

Die WP Mannheim GmbH geht auf die 1877 gegründete „Chemische Fabrik Lindenhof C. Weyl & Cie AG“ zurück. Das Unternehmen mit Sitz im Mannheimer Stadtteil Waldhof ist Spezialist für optisch aktive Verbindungen, die in der Pharma- und Kosmetikbranche eingesetzt werden. Das Unternehmen erwirtschaftete mit rund 90 Mitarbeitern in 2010 einen Umsatz von 13 Mio. Euro.

Die Ausgangslage

Die Geschäftsführung des Chemieunternehmens hatte am 4. Februar 2011 Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Nach Aussage des Geschäftsführers war der Hauptgrund für den Insolvenzantrag der Ausfall einer Forderung in Millionenhöhe gegen eine ehemalige US-Tochtergesellschaft.

Die Sanierungslösung

Tobias Hoefer prüfte bei WP Mannheim vor Ort, wie das Unternehmen erfolgreich saniert und dauerhaft erhalten werden kann. Dazu wurden mit Gläubigern, Kunden, Lieferanten, Betriebsrat und Mitarbeitern intensive und konstruktive Gespräche geführt.

Das wirtschaftliche Ergebnis

Zur positiven Zukunftsperspektive trug entscheidend bei, dass die Auftragsbücher gut gefüllt waren und WP Mannheim in der Branche über einen ausgezeichneten Ruf sowie eingeführte Produkte verfügte, die weltweit gefragt sind. Direkt zu Beginn des Verfahrens hatten sich erste Interessenten gemeldet, die WP Mannheim übernehmen wollten. Die Löhne und Gehälter der rund 90 Mitarbeiter konnten durch Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes vorerst gesichert werden.

Damalige Stimmen zur Sanierung

„Ich sehe gute Chancen, dass eine Sanierung gelingen kann. Alle Beteiligten haben signalisiert, dass sie bei der Sanierung des Unternehmens an einem Strang ziehen wollen.“ (RA Tobias Hoefer)

 

„Für unsere Kunden gibt es durch das Insolvenzverfahren keine Einschränkungen. Alle Aufträge werden in der gewohnten Qualität bearbeitet und ausgeführt.“ (Dr. Josef Götz, Geschäftsführer der WP Mannheim GmbH)

 

 „Der Standort verfügt über einige Stärken. Die Belegschaft ist motiviert, ihren Teil zur Fortführung des Unternehmens beizutragen. Selbstverständlich hoffen wir darauf, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben.“ (Thomas Trüper, Betriebsratsvorsitzender am Standort Mannheim)

Erfolgreicher Verkauf aller sieben operativ tätigen Gesellschaften / 300 von 490 Arbeitsplätze gesichert

 

Auf einen Blick:

  • Die REMAG Gruppe war ein mittelständischer Konzern mit Standorten in ganz Deutschland, der sich mehr als 70 Jahre lang auf den Verkauf sowie die An- und Verarbeitung von Stahlprodukten spezialisiert hatte
  • Am 20. Oktober 2017 hat der Konzern ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt, nachdem die Gesamtfinanzierung nicht mehr gesichert war
  • Zum Sachwalter wurde RA Tobias Hoefer von HST Hoefer | Schmidt-Thieme bestellt
  • Die Anteile an den operativen Einheiten der REMAG Gruppe hielt während des Sanierungsprozesses treuhänderisch Dr. Florian Dausend, Cornelius Treuhand Holding GmbH & Co. KG
  • Die Eigenverwaltung wurde von einem Team um Alfred Hagebusch, Wellensiek Rechtsanwälte, und bei der Tochtergesellschaft PVG Kaltprofile von Stefan Meyer, Pluta Rechtsanwalts GmbH, unterstützt
  • Alle sieben Gruppengesellschaften der REMAG AG wurden innerhalb von nur vier Monaten erfolgreich an drei verschiedene Investoren verkauft
  • Dadurch blieben 300 der 490 Arbeitsplätze erhalten

Der Klient

Die REMAG Gruppe mit Sitz in Mannheim war ein mittelständischer Konzern mit Standorten in ganz Deutschland, der sich über 70 Jahre lang auf den Verkauf sowie die An- und Verarbeitung von Stahlprodukten spezialisiert hatte. Im Geschäftsjahr 2016 wurde mit rund 490 Mitarbeitern ein Umsatz in Höhe von ca. 180 Mio. Euro erzielt.

Die Ausgangslage

Die 2014 eingeleitete Neuausrichtung der Gruppe verlief besser als geplant und wurde erfolgreich vorangetrieben. Die für 2018 geplante Refinanzierung wurde jedoch erschwert, nachdem es über die Fortführung der Limite eines Warenkreditversicherers Unklarheiten gab und die Gesamtfinanzierung ins Wanken geriet. Als Konsequenz beantragte die REMAG AG und ihre operativen Gesellschaften am 20. Oktober 2017 beim zuständigen Amtsgericht in Mannheim ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Eigenverwaltung stellte das Gericht den Sachwalter Tobias Hoefer von der Kanzlei HST | Hoefer Schmidt-Thieme zur Seite.

Die Sanierungslösung

Mit Unterstützung der Kanzlei Wellensiek konnte Sachwalter Tobias Hoefer den Arbeitnehmern und den wichtigsten Gläubigern innerhalb von drei Monaten einen Plan zur nachhaltigen Sanierung des Unternehmens vorlegen. Wichtige Ziele waren, den eingeschlagenen Weg der Neuausrichtung durch die finanzielle Restrukturierung zu unterstützten, das operative Geschäft unverändert fortzusetzen sowie möglichst viele Arbeitsplätze und starke Kunden- und Lieferantenbeziehungen zu erhalten.

Als Lösung wurden die sieben bundesweit operativ tätigen Gesellschaften im Zuge einer übertragenden Sanierung an drei unterschiedliche Investoren verkauft, die sich in einem Investorenprozess gegen verschiedene Mitbewerber durchsetzen mussten. Die REMAG AG verkaufte die Tochterunternehmen HAGMEYER Stahlcenter GmbH, BTM Bewehrungstechnik GmbH und STAHL Ehrenfriedersdorf GmbH & Co. KG an die Sülzle Stahlpartner Gruppe in Rosenfeld. Die REMAG AG Niederlassung Soest und REMAG Stahl Distribution und Service GmbH in Nürnberg wurden von der indischen Steel Mont GmbH mit Sitz in Düsseldorf übernommen. Die Tochtergesellschaft PVG Kaltprofile Verarbeitungstechnik GmbH & Co KG ging an die Wickeder Westfalenstahl GmbH. Die M+M Gebäudetechnik war bereits im Dezember 2017 veräußert worden. Damit eröffnete HST innerhalb kürzester Zeit neue, hoffnungsvolle Perspektiven.

Das wirtschaftliche Ergebnis

Alle sieben Gruppengesellschaften der REMAG AG wurden innerhalb von vier Monaten erfolgreich an drei verschiedene Investoren verkauft. Damit konnte die Zukunft aller sieben Gruppengesellschaften sowie die Arbeitsplätze für 300 der 490 Mitarbeiter gesichert werden.

Stimmen zur Sanierung

„Die Aufteilung der REMAG ist die beste Lösung für alle Beteiligten. Voraussetzung für den Erfolg war es, dass es uns gemeinsam mit allen Beteiligten gelang, den Geschäftsbetrieb in den einzelnen Gesellschaften bis zum tatsächlichen Verkauf fortzuführen.“ (Britta Hübner, Vorstandsvorsitzende der REMAG AG)

 

„Die Stahlbranche ist weiter im Umbruch, potenzielle Investoren konzentrieren sich bei Käufen auf ihr Kerngeschäft. Ein Verkauf der gesamten AG an einen Investor kam nicht in Frage, weil es dafür kein Angebot gab. Die REMAG Gruppe war dafür zu diversifiziert.“ (Dr. Florian Dausend, Cornelius Treuhand Holding GmbH & Co. KG)